Schwermetalle – schweres Problem?

Definition schwierig

Der Begriff Schwermetalle ist nicht eindeutig definiert, sodass verschiedene Metalle in einer Gruppe zusammengefasst werden. Es werden unterschiedliche Parameter zur Kategorisierung herangezogen; das Atomgewicht, die Dichte oder die Ordnungszahl. Einer Studie der IUPAC zufolge gibt es momentan ca. 38 verschiedene Definitionen des Begriffs Schwermetalle.
Am häufigsten werden sie über die Dichte definiert. So handelt es sich um ein Schwermetall, wenn die Dichte über 4,5 g/cm3 liegt. Dazu zählen dann (unter anderem) Blei, Cadmium, Quecksilber, Kupfer, Eisen und Zink.

Gefahr

Schwermetalle sind nicht alle per se schädlich. Es gibt einige, die der Körper sogar braucht. Dazu gehören Eisen, Zink und Kupfer. Da diese Stoffe für den Körper lebensnotwendig sind, werden sie auch Spurenelemente genannt. Allerdings ist nicht jedes Spurenelement ein Schwermetall, an diesem Punkt überschneiden sich nur die Kategorien.
Wie bei allen Stoffen, bestimmt die Dosis das Gift. So kann auch durch Spurenelemente eine Gesundheitsgefährdung entstehen, wenn sie in hoher Konzentration dem Körper zugeführt werden. Andere Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber sind bereits in kleinsten Dosen giftig.

Eine Aufnahme erfolgt (häufig unbeabsichtigt) oral (z.B. durch die Nahrung) oder über die Atemwege. Die toxische Wirkung der Schwermetalle ist abhängig vom jeweiligen Metall. In vielen Vergiftungsfällen ist jedoch die Komplexbildungsfähigkeit mit Proteinen und deren Funktionsverlust symptomatisch. Die Auswirkungen der Schwermetallvergiftung reichen von Herzrhythmusstörungen bis zu Nieren- und/oder Leberversagen und sind abhängig vom Agens. Der Körper kann diese Stoffe nicht selbst abbauen und so besteht die Therapie in der Gabe von Chelatbildern, die die Schwermetalle in Komplexe binden und aus dem Körper leiten.

Vorkommen

Ein Auftreten von Schwermetallen kann verschiedene Ursachen haben. Einige kommen in der Natur vor, bzw. sind in die Natur gelangt durch Düngemittel oder durch industrielle Einflüsse. Als Beispiel soll hier Quecksilber näher betrachtet werden. Für andere Schwermetalle gelten andere, spezifische Regelungen und Werte.
Quecksilber etwa ist häufig in Meerestieren zu finden und kann so über die Nahrung (z.B. Fisch, Muscheln) aufgenommen werden. Jedoch ist die Menge pro Fisch sehr gering, sodass keine akute Gefährdung besteht. Zum weiteren Schutz der Verbraucher gelten Höchstwerte für Fische und Fischereiprodukte, an die Händler gebunden sind. In Bezug auf den Umweltschutz wurde am 25.06.1998 in Aarhus das UNECE-Übereinkommen, auch Aarhus-Konvention, beschlossen. Diese Konvention „legt wichtige Rechte für eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Umweltschutz fest.“
Früher wurde Quecksilber häufig in der Textilproduktion verwendet, sodass es zum Ausdruck des „Hutmacher-Syndroms“ kam. Damit wird eine Quecksilbervergiftung beschrieben, die bei der Verwendung von Quecksilbersalzen beim Filzen entsteht. Typische Symptome dieser Vergiftung sind zittrige Hände und krankhaft gesteigerte Erregbarkeit. In diesem Zusammenhang entstand der englische Ausdruck „mad as a hatter“ (verrückt wie ein Hutmacher) und verschiedene literarische Figuren, wie der berühmte Hutmacher in Alice im Wunderland.

Schwermetalle am Arbeitsplatz

Natürlich kommen Schwermetalle auch am Arbeitsplatz, beispielsweise bei Schweißarbeiten, vor. Blei wird häufig bei galvanischen Prozessen freigesetzt. Die spezifischen Arbeitsschutzmaßnahmen richten sich nach dem jeweiligen Schwermetall und sind stets einzuhalten und wenn nötig, zu optimieren. Informationen zum Thema Schweißen finden Sie in unserem Artikel „Was ist Schweißrauch?„.

GSA

Kann es am Arbeitsplatz zu einer Schwermetallbelastung kommen, so ist eine Messung stets sinnvoll. Dabei gilt es einige Punkte im Vorfeld zu bedenken. Dazu gehört die Frage, in welcher Fraktion das zu untersuchende Element nachgewiesen werden kann, bzw. für welche Fraktion ein gültiger Grenzwert existiert. Häufig zählen Schwermetalle zu den Stäuben/Partikeln. Deshalb kann eine A-Staub- und/oder E-Staubmessung vorgenommen werden. Dafür eignen sich beispielsweise unsere Messgeräte SG10-2A oder PM4-2.Welches Messgerät für Ihre Bedürfnisse passend ist, finden wir gerne in einer persönlichen Beratung für Sie heraus.

 

Quellen
[1]: http://www.chemie.de/lexikon/Schwermetalle.html
[2]: https://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganismen/07_Schwermetalle/lm_schwermetalle_node.html
[3]: https://www.vis.bayern.de/ernaehrung/lebensmittelsicherheit/unerwuenschte_stoffe/schwermetalle.htm
[4]: https://www.bmu.de/themen/bildung-beteiligung/umweltinformation/aarhus-konvention/
[5]: https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/schwermetall-emissionen#textpart-1
[6]: https://flexikon.doccheck.com/de/Schwermetallvergiftung
[7]: https://www.bmu.de/themen/bildung-beteiligung/umweltinformation/aarhus-konvention/
[8]: https://www.allum.de/krankheiten/quecksilber-vergiftung/chronische-vergiftung-mit-elementarem-quecksilber-und

Lagerung von Schadstoffen am Arbeitsplatz

Zu den Schadstoffen zählt man all jene Stoffe, die eine Gefährdung für die Gesundheit von Mensch und Umwelt darstellen. Das Gefährdungspotential ist von der Art des Stoffes und dessen Konzentration abhängig. Die Auswirkungen stellen sich unterschiedlich dar. Sie reichen von Atembeschwerden bis hinzu Hautreizungen.
Am Arbeitspatz finden verschiedene Regelungen für den Umgang mit gefährlichen Stoffen Anwendung. Zum einen muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung erstellen, in welcher die eingesetzten oder entstehenden Schadstoffe aufgelistet werden und welche betrieblichen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden müssen. Zum anderen müssen die Arbeitnehmer in diesem Zusammenhänge eingewiesen und unterrichtet werden. Derartige Maßnahmen müssen regelmäßig kontrolliert und optimiert werden.

Arbeitsplatz

Lässt sich der Einsatz oder die Entstehung von Schadstoffen im Arbeitsprozess nicht vermeiden, steht immer der Schutz des Arbeitnehmers im Fokus der Sicherheitsbetrachtung. In der Gefährdungsbeurteilung sind die Sicherheitsmaßnahmen niedergeschrieben, die am Arbeitsplatz eingehalten werden müssen. Mit Hilfe dieser Maßnahmen soll der Arbeitnehmer bestmöglich geschützt werden im betrieblichen Umgang mit Schadstoffen. Die Unterweisung in die Sicherheitsmaßnahmen muss immer vor dem Kontakt mit den Schadstoffen erfolgen und stets dokumentiert werden.

Lagerung

Nun ist nicht nur der sichere Umgang mit Gefahrstoffen von Bedeutung, sondern auch deren Lagerung. Wenn die betrieblichen Prozesse eine Lagerung von Schadstoffen nötig machen, so sind einige Aspekte zu beachten. In diesen Fällen findet die TRGS 520 Anwendung. Einerseits gilt es, einen geeigneten Lagerort zu finden. Dieser sollte grundsätzlich witterungsgeschützt sein. Andererseits muss eine sichere Handhabung und Aufbewahrung gewährleistet sein. Darüber hinaus müssen „zwei gekennzeichnete, möglichst entgegengesetzte, stets frei zugängliche Ausgänge als Flucht- und Rettungswege“ vorhanden sein, bei denen die Türen sich nach außen öffnen lassen. Alle Regale oder Ablageflächen müssen fest verankert sein, um ein Umkippen und Auslaufen zu verhindern. Der Boden muss ebenfalls verschiedene Eigenschaften aufweisen: flüssigkeitsdicht, säure- und chemikalienfest und elektrisch ableitend, trittsicher im feuchten Zustand und leicht zu reinigen. Persönliche Schutzausrüstung (Schutzbrille, Handschuhe u. ä.) muss in ausreichender Menge bereitgestellt sein. Zudem müssen verschiedene Dinge unbedingt dokumentiert werden, wie etwa Betriebsanweisungen, Alarmpläne und Sortiervorschriften. Je nach Art der Lagerung müssen verschiedene Bedingungen beachtet werden. Handelt es sich um eine Zwischenlagerung oder eine mobile Sammelstelle, dann unterscheidet sich die genaue Ausstattung des Lagerungsortes in einigen Punkten.

Allgemeine Regelungen

Es gibt noch weitere Aspekte. So müssen die Schadstoffe in geeigneten Behältern transportiert und gelagert werden. Beispielsweise dürfen Säuren nicht in Metallbehältern gelagert werden, da die Säure mit dem Metall chemisch reagiert und im Laufe der Zeit den Behälter undicht werden lässt. Zum anderen muss sichergestellt sein, dass unbefugte Personen keinen Zugang zur Lagerungsstelle haben. Dies kann durch etwa durch einen abschließbaren Raum erfolgen. Der persönliche Eigenschutz muss durch die entsprechende Schutzausrüstung vorgenommen werden. Der Arbeitgeber sollte den Arbeitnehmer im Umgang mit den Schadstoffen und deren Lagerung einweisen und im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die passenden Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Wie kann die GSA helfen?

Bei der Lagerung von Schadstoffen ist eine Freisetzung der Stoffe immer möglich und bedarf im Rahmen der Arbeitssicherheit einer regelmäßigen Überprüfung. Eine Messung durch die GSA kann zum Beispiel für Gase erfolgen. Dafür empfiehlt sich unser Messgerät SG5100ex, da es mit einem Explosionsschutz ausgestattet ist. Für eine ausführliche Beratung zum richtigen Messverfahren kontaktieren Sie uns bitte hier.

 

Quellen:
[1]: Quelle Beitragsbild: © gemenacom / 123RF.com
[2]: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRGS/pdf/TRGS-520.pdf?__blob=publicationFile
[3]: https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/abfallarten/gefaehrliche-abfaelle
[4]: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/chemikalien/inkuerze.html
[5]: Bildquelle: https://www.jh-profishop.de/gefahrstoffschraenke