Messung von Dioxinen

Was sind Dioxine?

Dioxine ist der Sammelbegriff für eine Gruppe halogenierter aromatischer Verbindungen mit tricyclischer Struktur. Das Kennzeichen aromatischer Verbindungen ist der Benzolring (ringförmige Verkettung von sechs Kohlenstoffatomen), die je nach Anordnung unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Werden die außenliegenden Wasserstoffatome durch Halogene (Brom, Chlor, Fluor) substituiert,  entstehen Dioxine. Zu der Stoffgruppe, die als Dioxine bezeichnet wird, gehören 75 Verbindungen der Dibenzodioxine und 135 ähnlich gebauter Dibenzofurane. Ihre Grundstruktur besteht aus zwei Benzolringen, die über ein oder zwei Sauerstoffatome verbunden sind. Die umliegenden Wasserstoffatome der aromatischen Ringe sind durch verschiedene Halogene, primär Chlor, substituiert. So gilt 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin (2,3,7,8-TCDD) als das gefährlichste Dioxin. Es besitzt zwei Benzolringe und insgesamt vier Chloratome. Diese Verbindung wird auch als „Seveso-Gift“ bezeichnet, da es im Juli 1976 in einer chemischen Fabrik in der Nähe des Seveso zum bisher größten Chemieunfall kam. Aufgrund eines havarierten Kessels wurden bis zu drei Kilogramm des Giftes abgelassen. Das verseuchte Gebiet ist 1x6km groß und dicht besiedelt. Das Verhalten der betroffenen Firma sorgte für den eigentlichen Skandal. Erst acht Tage nach dem Unfall gab sie das Austreten des Dioxins offiziell bekannt. Kurz nach dem Unfall zeigten etwa 200 Menschen die typischen Symptome einer Chlorakne. Jedoch ist eine genaue Opferzahl schwer zu ermitteln, da auch die Langzeitschäden in Betracht gezogen werden müssen.

Vorkommen von Dioxinen

Ein natürliches Vorkommen der Dioxine gibt es grundsätzlich nicht und sie werden nicht im technischen Maßstab hergestellt. In seltenen Fällen können sie bei Gewitter oder Waldbränden entstehen. Zu der Gruppe der Dioxinverbindungen werden auch Dibenzofurane (PCDF) gerechnet, deren Benzolringe nur durch ein Sauerstoffatom verbunden sind. Auch hier sind die außenliegenden Wasserstoffatome durch Halogene ersetzt. Dioxine entstehen als ungewolltes Nebenprodukt bei thermischen und chemischen Prozessen (z.B. Verbrennungsreaktionen) mit Halogenverbindungen. Es bedarf zur Entstehung sehr hoher Temperaturen von ca. 300 Grad Celsius, die Zersetzung findet bei etwa 900 Grad statt. Häufig sind sie bei der Müllverbrennung, Metallrecycling oder bei der Halogenchemie (z.B. Herstellung von Insektiziden) als Abfallprodukt, bzw. Nebenprodukt zu finden.
Der Eintrag in die Umwelt durch natürliche Entstehung ist minimal, da es sich um recht seltene Vorkommnisse handelt. Dank strenger Grenzwerte und technisch versierten Filteranlagen ist es gelungen, den industriellen Dioxinausstoß drastisch zu reduzieren.

Dioxinähnliche Verbindungen

Neben den eigentlichen Dioxinen und Furanen gibt es noch dioxinähnliche Verbindungen. Dabei handelt es sich um aromatisierte Chlorverbindungen, besonders um PCB (Polychlorierte Biphenyle). Diese aromatischen Verbindungen haben eine variable Anzahl an Chlorsubstituenten und wurden als Kühl- und Isoliermittel eingesetzt. Wegen der hohen Beständigkeit und toxischen Eigenschaften sind derartige Aromaten seit 1989 in Deutschland verboten und müssen als Sonderabfall entsorgt werden, wobei strenge Regelungen gelten.

Welche Gefahren bergen Dioxine?

Dioxine sind lipophil („fettliebend“) und reichern sich im Fettgewebe des Menschen an. Es sind sehr langlebige Verbindungen und können über die Nahrung in den Körper gelangen. Eine Aufnahme durch die Luft ist eher unwahrscheinlich (abgesehen von extremer Belastung, wie etwa durch oben erwähnten Chemieunfall). Jedoch sind die Auswirkungen bei Kontakt gravierend. Es kann zur sogenannten „Chlorakne“ kommen. Dabei handelt es sich um eine Reaktion der Haut mit akneähnlichem Erscheinungsbild. Des Weiteren treten als akute Symptome einer Vergiftung Erbrechen, Muskel- und/oder Kopfschmerzen und Schlafstörungen auf. In Bezug auf chronische Auswirkungen sind toxische und krebserzeugende Wirkungen zu beobachten.

Dioxine in Lebensmitteln?

Vor einigen Jahren war der „Dioxinskandal“ in aller Munde. Es handelte sich um eine erhöhte Dioxinbelastung in Lebensmitteln. Die Verwendung von belastetem Futtermittel führte zu einer Dioxinanreicherung in z.B. Eiern. Der europäische Grenzwert für Eier von 3pg/g Fett (Pikogramm pro Gramm Fett) wurde teilweise um das Doppelte überschritten. Eine akute Vergiftung ist selbst bei einer solchen Überschreitung relativ unwahrscheinlich, trotzdem sollte ein übermäßiger Verzehr von bestimmten Personengruppen (Schwangere, Kinder, etc.) vermieden werden. Viele Supermärkte und Discounter nahmen (vorübergehend) die belasteten Produkte aus dem Sortiment. Das führte zu einem erheblichen Vertrauensverlust der Kunden in die Produkte und zu finanziellen Einbußen auf Seiten der Produzenten und Lieferanten.
Auf der Suche nach der Ursache zeigt sich, dass eine verunreinigte Fettsäure als Bestandteil des Mischfutters die Belastung auslöste. Diese Fettsäure hätte nicht zur Futtermittelherstellung verwendet werden dürfen und so galt es zu prüfen, ob eine fehlerhafte Kennzeichnung vorlag oder ob die Fettsäure vorsätzlich dazu genutzt wurde. Letztlich urteilte der BGH, dass eine verschuldensunabhängige Haftung nicht schon bei dem bloßen Verdacht einer Verunreinigung Anwendung findet (Urt. v. 22.10.2014, Az. VIII ZR 195/13). Der Futtermittelvertreiber erstatte zwar den Schaden, den Hofbetreiber durch die Handelssperre ihrer Produkte erlitten hatten, jedoch wollte der Betreiber nicht zusätzlich für weitere Umsatzeinbußen aufkommen.

Messung von Dioxinen mit dem PM4-2A

Besteht der Verdacht einer Dioxinbelastung, so sollte zeitnah eine Messung durchgeführt werden. Unser Messgerät PM4-2A ist für eine Messung von PCDD und anderen dioxinähnlichen Verbindungen ausgelegt. Um das optimale Messkonzept zu entwickeln, kontaktieren Sie uns gerne jederzeit, unsere Messtechniker beraten Sie gern.

Quellen:
[1]: http://www.gesamtverband-schadstoff.de/schadstoffe/dioxine-furane/dioxine-furane.html
[2]: https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/dioxine#textpart-1
[3]: https://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/dioxin-4554.html
[4]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/44793/Dioxin-Vergiftung-Eine-tickende-Zeitbombe
[5]: https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/gefahrstoffe/faq-dioxine-furane-und-pcb/
[6]: https://www.chemie.de/lexikon/Sevesoungl%C3%BCck.html
[7]: https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/dioxin-skandal-hersteller-lieferte-3000-tonnen-verseuchtes-futterfett-aus-a-737869.html
[8]: https://www.sueddeutsche.de/panorama/dioxin-skandal-das-allgegenwaertige-supergift-1.1042478-2
[9]: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/landwirtschaft-die-sieben-mythen-im-dioxinskandal-1572514.html
[10]: https://www.lto.de/themen/recht/d/dioxinskandal/
[11]: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=69486

Schwermetalle – schweres Problem?

Definition schwierig

Der Begriff Schwermetalle ist nicht eindeutig definiert, sodass verschiedene Metalle in einer Gruppe zusammengefasst werden. Es werden unterschiedliche Parameter zur Kategorisierung herangezogen; das Atomgewicht, die Dichte oder die Ordnungszahl. Einer Studie der IUPAC zufolge gibt es momentan ca. 38 verschiedene Definitionen des Begriffs Schwermetalle.
Am häufigsten werden sie über die Dichte definiert. So handelt es sich um ein Schwermetall, wenn die Dichte über 4,5 g/cm3 liegt. Dazu zählen dann (unter anderem) Blei, Cadmium, Quecksilber, Kupfer, Eisen und Zink.

Gefahr

Schwermetalle sind nicht alle per se schädlich. Es gibt einige, die der Körper sogar braucht. Dazu gehören Eisen, Zink und Kupfer. Da diese Stoffe für den Körper lebensnotwendig sind, werden sie auch Spurenelemente genannt. Allerdings ist nicht jedes Spurenelement ein Schwermetall, an diesem Punkt überschneiden sich nur die Kategorien.
Wie bei allen Stoffen, bestimmt die Dosis das Gift. So kann auch durch Spurenelemente eine Gesundheitsgefährdung entstehen, wenn sie in hoher Konzentration dem Körper zugeführt werden. Andere Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber sind bereits in kleinsten Dosen giftig.

Eine Aufnahme erfolgt (häufig unbeabsichtigt) oral (z.B. durch die Nahrung) oder über die Atemwege. Die toxische Wirkung der Schwermetalle ist abhängig vom jeweiligen Metall. In vielen Vergiftungsfällen ist jedoch die Komplexbildungsfähigkeit mit Proteinen und deren Funktionsverlust symptomatisch. Die Auswirkungen der Schwermetallvergiftung reichen von Herzrhythmusstörungen bis zu Nieren- und/oder Leberversagen und sind abhängig vom Agens. Der Körper kann diese Stoffe nicht selbst abbauen und so besteht die Therapie in der Gabe von Chelatbildern, die die Schwermetalle in Komplexe binden und aus dem Körper leiten.

Vorkommen

Ein Auftreten von Schwermetallen kann verschiedene Ursachen haben. Einige kommen in der Natur vor, bzw. sind in die Natur gelangt durch Düngemittel oder durch industrielle Einflüsse. Als Beispiel soll hier Quecksilber näher betrachtet werden. Für andere Schwermetalle gelten andere, spezifische Regelungen und Werte.
Quecksilber etwa ist häufig in Meerestieren zu finden und kann so über die Nahrung (z.B. Fisch, Muscheln) aufgenommen werden. Jedoch ist die Menge pro Fisch sehr gering, sodass keine akute Gefährdung besteht. Zum weiteren Schutz der Verbraucher gelten Höchstwerte für Fische und Fischereiprodukte, an die Händler gebunden sind. In Bezug auf den Umweltschutz wurde am 25.06.1998 in Aarhus das UNECE-Übereinkommen, auch Aarhus-Konvention, beschlossen. Diese Konvention „legt wichtige Rechte für eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Umweltschutz fest.“
Früher wurde Quecksilber häufig in der Textilproduktion verwendet, sodass es zum Ausdruck des „Hutmacher-Syndroms“ kam. Damit wird eine Quecksilbervergiftung beschrieben, die bei der Verwendung von Quecksilbersalzen beim Filzen entsteht. Typische Symptome dieser Vergiftung sind zittrige Hände und krankhaft gesteigerte Erregbarkeit. In diesem Zusammenhang entstand der englische Ausdruck „mad as a hatter“ (verrückt wie ein Hutmacher) und verschiedene literarische Figuren, wie der berühmte Hutmacher in Alice im Wunderland.

Schwermetalle am Arbeitsplatz

Natürlich kommen Schwermetalle auch am Arbeitsplatz, beispielsweise bei Schweißarbeiten, vor. Blei wird häufig bei galvanischen Prozessen freigesetzt. Die spezifischen Arbeitsschutzmaßnahmen richten sich nach dem jeweiligen Schwermetall und sind stets einzuhalten und wenn nötig, zu optimieren. Informationen zum Thema Schweißen finden Sie in unserem Artikel „Was ist Schweißrauch?„.

GSA

Kann es am Arbeitsplatz zu einer Schwermetallbelastung kommen, so ist eine Messung stets sinnvoll. Dabei gilt es einige Punkte im Vorfeld zu bedenken. Dazu gehört die Frage, in welcher Fraktion das zu untersuchende Element nachgewiesen werden kann, bzw. für welche Fraktion ein gültiger Grenzwert existiert. Häufig zählen Schwermetalle zu den Stäuben/Partikeln. Deshalb kann eine A-Staub- und/oder E-Staubmessung vorgenommen werden. Dafür eignen sich beispielsweise unsere Messgeräte SG10-2A oder PM4-2.Welches Messgerät für Ihre Bedürfnisse passend ist, finden wir gerne in einer persönlichen Beratung für Sie heraus.

 

Quellen
[1]: http://www.chemie.de/lexikon/Schwermetalle.html
[2]: https://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganismen/07_Schwermetalle/lm_schwermetalle_node.html
[3]: https://www.vis.bayern.de/ernaehrung/lebensmittelsicherheit/unerwuenschte_stoffe/schwermetalle.htm
[4]: https://www.bmu.de/themen/bildung-beteiligung/umweltinformation/aarhus-konvention/
[5]: https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/schwermetall-emissionen#textpart-1
[6]: https://flexikon.doccheck.com/de/Schwermetallvergiftung
[7]: https://www.bmu.de/themen/bildung-beteiligung/umweltinformation/aarhus-konvention/
[8]: https://www.allum.de/krankheiten/quecksilber-vergiftung/chronische-vergiftung-mit-elementarem-quecksilber-und

Dieselmotoremissionen (DME)

Was sind DME?

Unter dem Begriff Dieselmotoremissionen werden die Stoffe zusammengefasst, die bei der Verwendung eines Dieselmotors ausgestoßen werden. Es handelt sich dabei um ein Stoffgemisch, welches sich aus Partikeln und Gasen zusammensetzt. Eine allgemeingültige Auflistung der Bestandteile ist nicht möglich, da sie durch Betriebsweise und Motorart bestimmt werden. Es gibt jedoch einige Stoffe, die immer enthalten sind.
Dazu zählen:

  • Kohlenmonoxid (CO)
  • Kohlenstoffdioxid (CO2)
  • Stickstoffmonoxid (NO)
  • Stickstoffdioxid (NO2)
  • Dieselruß (EC; gemäß TRGS 900)

Dieselrußpartikel werden in der TRGS 900 näher beschrieben. Dabei handelt es sich um „unlösliche Kerne elementaren Kohlenstoffs (elemental carbon= EC)“, die auf einem Filter sichtbar werden. An diesem elementaren Kohlenstoff können weitere (mehr oder weniger gut biolöslich) Stoffe adsorbiert sein, die weitere Gefahren für die Gesundheit bergen (z.B. kanzerogene Stoffe).  Demnach werden unter diesem Begriff verschiedene Partikel zusammengefasst, dessen Hauptbestandteil aber immer Kohlenstoff ist.

Wo sind DME zu finden?

Dieselmotoremissionen entstehen immer dann, wenn ein Dieselmotor in Betrieb genommen wird und Abgase ausstößt. Dies kann sowohl am Arbeitsplatz als auch im privaten Bereich der Fall sein. Im Arbeitsablauf können das dieselbetriebene Fahrzeuge sein (Hubfahrzeuge, Stapler, etc.), außerhalb der Arbeitssituation ist es hauptsächlich der alltägliche Straßenverkehr. Wie hoch und wie lange die Belastung durch DME ist, ist davon abhängig, wie lange man sich in der belasteten Umgebung aufhält. Jedoch gilt in Betrieben das Minimierungsgebot (gemäß §§ 8, 9 GefStoffV gilt für DME). Das bedeutet, dass Arbeitnehmer den DME nur ausgesetzt werden sollen, wenn es nicht vermeidbar ist. Deshalb hat der Arbeitgeber immer zu prüfen, ob der Einsatz dieselbetriebener Maschinen und Fahrzeuge durch Elektromotoren substituiert werden kann.

DME im Alltag

Im beruflichen Umfeld ist die Exposition kalkulierbar, bzw. greifen diverse Schutzmaßnahmen. Eine Belastung durch Dieselmotoremissionen im Alltag ist schwieriger einzuschätzen. Aber wo sind DME im Alltag zu finden? Die einfachste Antwort lautet: auf der Straße. Jeder vorbeifahrende Diesel setzt DME frei, denen man dann als Fußgänger ausgesetzt ist. Schwieriger zu beantworten ist aber die Frage nach dem Gefährdungspotential im Alltag. Für die Einschätzung der Belastung sind verschiedene Parameter von Bedeutung, wie etwa die Dauer der Exposition, die Stoffkonzentration und Zusammensetzung des Stoffgemisches.

Gefährdung durch DME

Von den verschiedenen Bestandteilen der DME gehen unterschiedliche Gefahren aus, da diese stoffspezifisch sind. Kohlenstoffmonoxid ist giftig und kann wie Kohlenstoffdioxid zum Erstickungstod führen. Stickstoffoxide sind ebenfalls giftig und rufen Lungenschädigungen hervor. Des Weiteren stehen DME im Verdacht, krebserregend zu sein.
Die genauen Wirkungen sind jedoch abhängig von der Konzentration des Stoffes und der Dauer der Exposition. Deshalb unterscheidet man häufig in „kurz- und langzeitige Exposition“. Das beschreibt, wie lange man den schädigenden Stoffen ausgesetzt ist und welche Wirkung sie haben. Im betrieblichen Ablauf greifen diverse Schutzmaßnahmen, dabei gilt es die Rangfolge dieser Maßnahmen im „STOP-Prinzip“ durchzuführen (siehe hierzu TRGS 500 „Schutzmaßnahmen“(S = Substitution, T = Technische, O = Organisatorische und P = Persönliche Schutzmaßnahmen).

Dieselskandal

Der „Dieselskandal“ ist in aller Munde. Doch wo genau liegt das Problem? Dass Stickoxide schädlich sind, steht außer Frage. Fraglich ist jedoch zunächst, wie groß die Belastung im Alltag wirklich ist. Am Arbeitsplatz wird in der Gefährdungsbeurteilung die Dauer der Exposition berücksichtigt. Eine allgemein gültige Aussage dazu für den Alltag ist natürlich äußerst schwierig, weshalb die Grenzwerte von Bedeutung sind. Die derzeit gültigen Abgasstufen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Stufe 5 und 6) sind in der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 veröffentlicht. Die Werte für Stickoxide sind in mg/km (Milligramm pro Kilometer Fahrstrecke) angegeben und liegen für Stufe 5 bei 180mg/km für Dieselfahrzeuge.
Dem steht ein allgemeiner Jahresgrenzwert von 40µg/m³ und ein 1-Stunden-Grenzwert von 200µg/m³ (darf nicht öfter als 18-mal im Kalenderjahr überschritten werden) gegenüber. Die Vergleichbarkeit dieser Werte ist sicherlich ein Grund für die Diskussion um Fahrverbote und Einhaltung der Grenzwerte.
Die Grenzwertbestimmung ist von großer Bedeutung, da diese an weitere Maßnahmen wie etwa ein Fahrverbot für bestimmte PKW in Innenstädten gekoppelt ist. Fraglich ist jedoch, ob ein Fahrverbot für einzelne Straßen, bzw. Innenstädte das Belastungsproblem lösen. Gegner dieser Maßnahme führen an, dass viele Autofahrer dann einen Umweg fahren und sich das Problem einfach nur auf anderer Straßen verschiebt. Des Weiteren ist die Frage, wer von einem Fahrverbot ausgenommen wird. Für viele Kleinbetriebe würde das Verbot ein großes unternehmerisches Problem darstellen, da diese ihre Kunden nicht mehr anfahren könnten.

Messungen durch die GSA

Die Konzentration der DME kann mit unserem Messgerät PM4-2 gemessen werden. Von Bedeutung ist aber nicht nur das passende Messgerät, sondern auch die Messposition. Sie muss so gewählt werden, dass deren Ergebnisse die entsprechende Aussagekraft aufweisen können. Am Arbeitsplatz erfolgt die Messung häufig in Atemhöhe, sodass ermittelt werden kann, wie viel des Schadstoffes eingeatmet wird. Im öffentlichen Raum stellt dies ein Problem dar, da viele Parameter aufeinander treffen und die Messung beeinflussen. Hier sollte eine einheitliche Regelung gefunden werden, um eine Vergleichbarkeit zu erreichen und so zu wirksamen Lösungen zu gelangen. Für weitere Informationen zu Messungen und Messgeräten kontaktieren Sie uns bitte hier.

 

 

Quellen:
[1]: https://www.bfga.de/infothek/bfga-newsletter-arbeitsschutz/dieselmotoremissionen-dme/
[2]: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRGS/pdf/TRGS-554.pdf?__blob=publicationFile
[3]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/196641/Dieselmotoremissionen-Eine-Gefahr-fuer-die-Gesundheit
[4]: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRGS/pdf/900/900-dieselmotorenemissionen-dme-russpartikel-als-ec.pdf?__blob=publicationFile&v=2
[5]: https://www.dguv.de/medien/ifa/de/vera/2012_saet_gefahrstoffe/05_felten.pdf
[6]: https://www.bg-verkehr.de/arbeitssicherheit-gesundheit/branchen/gueterkraftverkehr/gesundheitsgefahren/gefahrstoffe/abgase
[7]: https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/stickstoffoxide
[8]: https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/was-schreiben-die-abgasnormen-der-eu-fuer-kfz-vor

Probenahme von Asbest

Was ist Asbest?

Asbest sind natürlich vorkommende, faserartige und silikatische Minerale, die einen Faserdurchmesser im Bereich von 0,1µm bis 2µm aufweisen. Aufgrund der chemischen Eigenschaften, wie etwa schwere Entflammbarkeit und gute Wärmedämmung wurden sie lange Zeit bautechnisch eingesetzt. Die große Gefahr, die von Asbest ausgeht, liegt in der Freisetzung der Fasern. Die freigesetzten Asbestfasern gelangen über die Luft in die Lunge und können dort zu Reizungen führen. Langfristige Belastung kann zur Asbestose („Asbestlunge“) führen.

Wo ist Asbest zu finden?

Eine allgemein gültige Aussage ist schwer zu treffen, jedoch gibt es einige Anhaltspunkte, die auf eine Asbestbelastung hinweisen. Ein Hinweis kann das Baujahr liefern. Im Jahr 1993 wurde Asbest als Baumaterial verboten. Häuser aus den Jahren 1960-1980, bei denen keine umfassende Sanierung stattfand, weisen sehr häufig eine Asbestbelastung auf. Wegen seiner guten Wärmespeicherung wurde Asbest oft als Dämmmaterial benutzt. Jedoch waren die Einsatzmöglichkeiten vielfältig, weswegen auch Asbestzement, asbesthaltiger Fugenkitt, Bodenbeläge oder Bodenkleber (z.B. bei Floorflexplatten) eingesetzt wurden. Ein erster Verdacht entsteht beispielsweise durch die Farbe eines Bauteils, bei oben genanntem Kleber ist es schwarz.

Was tun bei Verdacht?

Liegt ein Asbestverdacht vor, so sollte umgehend eine Messung und Analyse der verdächtigen Stellen erfolgen. Dies kann durch unsere Messtechniker erfolgen. Hierzu beraten wir Sie gerne. Sollten Sie die Probenahme von mutmaßlich asbesthaltigen Materialien selbst vornehmen wollen, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.

Probenahme (Feststoffprobe)

Im Vordergrund bei der Probenahme von vermutlich asbesthaltigem Material steht immer der Eigenschutz. Deshalb ist es notwendig, eine Feinstaubmaske (FFP2) und wenn nötig weitere Schutzausrüstung zu tragen.Generell gilt es, die Freisetzung von Staub und damit auch Fasern zu verhindern. Eine (weitere) Beschädigung der betreffenen Stellen und deren Umgebung sollte vermieden werden.
Die Probenahmestelle muss gut befeuchtet werden. Sofern es möglich ist, sollte die Probe mit einem Messer ausgeschnitten werden. Die Größe der Probe sollte eine Kantenlänge von 2-4cm aufweisen. Sobald die Probe entnommen ist, sollte die Stelle erneut befeuchtet werden und anschließend abgedichtet werden (z.B. mit Klebstoff, Spachtelmassen und/oder Gewebeklebeband). Die entnommene Probe muss staubdicht in einen kleinen Kunststoffbeutel verpackt werden. Nun wird diese verpackte Probe in einen größeren Kunststoffbeutel gegeben und sorgfältig beschriftet: Ort der Probenahme, Datum und Zusatzinformationen. Nach erfolgter Probenahme sind Hände, Messer und alle benutzten Geräte gründlich zu reinigen. Den Kunststoffbeutel mit der Probe und allen benötigten Unterlagen gut verpackt an die GSA Gesellschaft für Schadstoffanalytik senden. Unsere Analytiker führen die Analyse durch und besprechen mit Ihnen die Ergebnisse.

Analytik GSA Ratingen

Grundsätzlich ist es immer ratsam, die Probenahme und die Analyse von Experten durchführen zu lassen. Unsere Messtechniker beraten Sie gerne in allen Fragen zur Probenahme und anschließender Messung und Auswertung. Kontaktieren Sie uns jederzeit, damit ein individuelles Messkonzept entwickelt werden kann. Als akkreditiertes Prüflabor ist die GSA Gesellschaft für Schadstoffanalytik ein kompetenter Partner an Ihrer Seite.

Quellen:
[1]: https://www.gsa-ratingen.de/
[2]: https://blog.rathscheck.de/asbest-messen-wie-funktioniert-das
[3]: https://blog.gsa-messgeraete.de/asbest/

Schadstoffe in Kindergärten

Quelle: Erich Westendarp

In einem Kindergarten sollte eine Schadstoffbelastung möglichst ausgeschlossen werden. Zu den Schadstoffen zählt man all jene Stoffe, die eine schädigende Wirkung auf Gesundheit und Umwelt haben. Die Schwere der Auswirkung ist abhängig von der Art, Konzentration und Expositionsdauer des Stoffes.

Bauliche Maßnahmen

Handelt es sich aber beispielsweise um ein altes Gebäude (Baujahr liefert Hinweise), so kann eine Belastung auftreten. Bei Kindern wirkt sich eine Exposition schwerwiegender aus als bei Erwachsenen, da sie unter anderem eine höhere Atemfrequenz (somit höhere Aufnahme der Belastung) und zumeist ein schwächeres Immunsystem (da es noch im Aufbau ist) haben. Umso wichtiger ist es, eine Belastung frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Das Umweltbundesamt hat einen Leitfaden erstellt, wie Kinder gesund und sicher aufwachsen können. Dort werden neben Ernährung und Wohnsicherheit auch die Belastung durch Schadstoffe thematisiert. So gilt es bereits bei der Wahl der Materialien und Farben darauf zu achten, dass sie möglichst wenig ausgasen. Nach erfolgter Renovierung sollte gründlich gelüftet werden, bevor die Kinder sich längere Zeit in den Räumen aufhalten. Dies lässt sich auch auf Kindergärten übertragen. Des Weiteren hat die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz erstellt. Dort sind Unfallverhütungsvorschriften zusammengetragen, die in einer Kindertagesstätte Anwendung finden, wie etwa die Sicherstellung einer regelmäßigen Lüftung der Räume.

Schutz der Mitarbeiter

Nicht nur die Kinder müssen in Kindergärten geschützt werden, sondern auch die dort arbeitenden Erzieher und Erzieherinnen. Es gilt die Sicherheit am Arbeitsplatz sicherzustellen, wozu auch der Schutz vor Schadstoffen zählt. Dazu gehören Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit potentiellen Gefahrstoffen (bspw. starke Reinigungsmittel) sowie Maßnahmen zur Unfallvermeidung wie z.B. Stolperfallen.

Sand als Gefahr in der Kita? Staubfreisetzung

Sandkästen sind aus Kindergärten kaum wegzudenken und wichtig für die spielerische motorische Förderung. Bei der Wahl des Sandes stehen verschiedene Kriterien im Fokus:

  • Formstabilität (Korngröße)
  • ohne Verschmutzungen
  • keine scharfkantigen Steine oder Kies enthalten (fein/rundkörnig)
  • staubarm/frei
  • lehmfrei
  • leicht aus der Kleidung zu entfernen
  • schnelle Entwässerung nach Regen

Diese Punkte haben das Spielerlebnis der Kinder im Vordergrund, jedoch muss auch beachtet werden, dass der Sand während des Spielens kaum bis gar keinen Staub freisetzt. Staub ist definiert als feine, in der Luft verteilte Feststoffpartikel. Solche Partikel können über die Atemwege in die Lunge gelangen und dort gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Es gilt eine solche Belastung zu reduzieren, bzw. idealerweise zu verhindern. Das kann etwa durch die Wahl der Korngröße beeinflusst werden. Liegt diese zwischen 0,06mm und 2,0mm, so weist der Sand die größte Adhäsionskraft auf und ist sehr formstabil und staubarm.
Die Freisetzung von Staub ist im Sinne des Arbeitnehmerschutzes von Bedeutung. Als Staub werden kleinste Feststoffteilchen beschrieben, die fein verteilt in der Umgebungsluft vorliegen. Durch das Spielen der Kinder im Sand kann Feinstaub aufgewirbelt werden. Da keine industrieüblichen Schutzmaßnahmen (Atemmaske, Absauganlage) ergriffen werden können, sollte großer Wert auf die Auswahl des Spielsandes gelegt werden.

Asbest in der Kita: Erläuterung

Asbest beschreibt natürlich vorkommende faserartige Minerale, die einen Durchmesser von weniger als 2µm und kleiner aufweisen. Die Asbestfasern zeichnen sich durch eine hohe thermische und chemische Beständigkeit, was für vielfältige Einsatzmöglichkeiten genutzt wurde. Im Laufe der Zeit erkannte man die schädigende Wirkung der Asbestfasern auf die Lunge und so wurde die Nutzung 1993 verboten. Die Gefahr liegt in der Aufnahme über die Atemwege. So kann es zu Schädigungen der Lunge und oberen Atemwege kommen (Asbestose; „Staublunge“). Zu finden ist Asbest in Gebäuden primär aus den Jahren zwischen 1960 und 1980, die weitestgehend unsaniert sind. Eine Asbestbelastung kann auch in öffentlichen Gebäuden auftreten. Aufgrund des hohen Gefährdungspotentials von Asbest, sollte bei Verdacht sofort eine Fachexpertise erfolgen. Am häufigsten befinden sich Asbestfasern beispielsweise in Dämmmaterialien, Fensterbänken oder gegossenen Blumenkübeln. Hier ist das Baujahr ein Indiz für eine Belastung.

Schimmel in der Kita: Erläuterung

Unter dem Begriff Schimmel sind umgangssprachlich verschiedene Schimmelpilzarten zusammengefasst. Diese produzieren flugfähige Sporen, die beim Einatmen allergische Reaktionen auslösen können. Des Weiteren können Schimmelpilzsporen ernsthafte Schäden in der Bausubstanz von Gebäuden verursachen. Schimmelbefall kann entstehen, wenn über einen längeren Zeitraum eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur zwischen 15-25° Celcius vorliegen. Luftfeuchtigkeit entsteht durch beispielsweise durch Atmen oder Kochen. Zusätzlich können bautechnische Mängel das Problem verstärken. Schimmelpilze bilden während des Wachstums Pilzsporen aus, die in die Umgebungsluft abgegeben werden. So können sie in die Atemwege eindringen und dort Krankheitssymptome auslösen. Dazu zählen etwa Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen oder Asthma. Aber auch Hautreaktionen und Bindehautentzündungen können durch Schimmelpilze hervorgerufen werden. Gerade Kinder haben ein hohes Gefährdungspotential aufgrund des schwächeren Immunsystems. Um einem Befall vorzubeugen, ist ein regelmäßiger Luftaustausch nötig. Durch sogenanntes Stoßlüften kann dies erreicht werden. Dabei gilt die Faustregel „drei mal fünf“. Dreimal am Tag werden die Fenster für mindestens fünf Minuten geöffnet, sodass die angestaute Luftfeuchtigkeit entweichen kann. Diese Faustregel ist den tatsächlichen Bedingungen anzupassen.

Was tun bei Verdacht?

Besteht der Verdacht einer Schadstoffbelastung im Kindergarten, weil eine Geruchsbelastung wahrgenommen wird, vermehrt Symptome einer Schadstoffexposition auftreten oder andere Zeichen darauf hinweisen (wie z.B. Schimmel an den Wänden) so sollte eine Messung in Betracht gezogen werden. In diesem Falle ist die GSA Messgerätebau der richtige Ansprechpartner, da wir mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Messung und Beurteilung von Schadstoffen in Kindergärten und anderen öffentlichen Einrichtungen haben.

Unsere Messtechniker besprechen mit Ihnen die vorliegende Belastung und erstellen ein individuelles Messkonzept.
Wurden Schadstoffe festgestellt, so ist schnelles Handeln erforderlich. Je nach Art des gemessenen Schadstoffes müssen unterschiedliche Maßnahmen getroffen werden. Eine pauschale Handlungsempfehlung ist allerdings schwierig, da dem Befall entsprechende individuelle Handlungskonzepte erstellt werden müssen.
Die „Europäische Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene“ hat einen Leitfaden erstellt, in dem bestimmte Vorgangsweisen für Schadstoffbelastungen dargestellt sind. Zusätzlich hat diese Gesellschaft Hinweise für Personal und Elternvertreter bei Bekanntwerden einer möglichen Schadstoffbelastung erstellt.

 

 

Quellen:
[1]: https://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/sr-s2.pdf
[2]: https://blog.rathscheck.de/meldepflicht-bei-asbest-sanierungsarbeiten-muessen-angezeigt-werden
[3]: http://www.katumwelt.de/icheck/dokumente/asbestrichtlinie-nrw.htm
[4]: https://www.juraforum.de/forum/t/informationspflicht-bei-asbestsanierung-im-kindergarten-waehrend-des-regelbetriebs.420829/
[5]:http://www.eggbi.eu/fileadmin/EGGBI/PDF/Vorgangsweise_bei_Schadstoffproblemen_an_Schulen_und_Kitas.pdf
[6]: https://www.bgw-online.de/SharedDocs/Downloads/DE/Medientypen/BGW%20Grundlagen/BGW03-03-130_Kinderbetreuung_Download.pdf?__blob=publicationFile
[7]: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/publikationen/umwelt_und_kindergesundheit.pdf
[8]: https://www.dguv.de/de/mediencenter/pm/pressearchiv/2017/quartal_3/details_03_148224.jsp
[9]: http://www.sichere-kita.de/_docs/pdf/Merkblatt%20Spielplatz-%20und%20Spielsandhygiene.pdf
[10]: http://www.eggbi.eu/fileadmin/EGGBI/PDF/Hinweise_fuer_Eltern-_und_Personalvertreter.pdf
[11]: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/minister-remmel-schadstoff-belastungen-bei-kindern-muessen-reduziert-werden
[12]: https://www.bgw-online.de/SharedDocs/Downloads/DE/Medientypen/BGW%20Grundlagen/BGW03-03-130_Kinderbetreuung_Download.pdf?__blob=publicationFile

 

 

Änderung Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für A-Staub ab dem 01.01.2019

Definition Staub

Staub ist als Sammelbegriff definiert, der in der Luft verteilte Feststoffteilchen beschreibt. Man unterscheidet zwischen A-Staub (früher Feinstaub) und E-Staub (früher Gesamtstaub). Als Unterscheidungsmerkmal dient die Partikelgröße und die damit verbundene Reichweite in die Lunge. E-Staub, beziehungsweise einatembarer Staub weist eine Partikelgröße von ca. 35µm auf und kann durch Mund und Nase eingeatmet werden. Im Gegensatz dazu liegt der A-Staub, bzw. alveolengängiger Staub bei 10µm und dringt deshalb tiefer in die Lunge ein. Hier liegt das Problem: Staubpartikel können in der Lunge Reizungen und Entzündungen hervorrufen, in deren Folge es zu Vernarbung des Lungengewebes kommen kann. Diese führen dann zu Langzeitschäden, wie etwa zur sogenannten Staublunge (Pneumokoniose).
Weitere Informationen zum Thema Staub finden Sie hier.

Was ist der Arbeitsplatzgrenzwert?

Der Arbeitsplatzgrenzwert beschreibt die maximale zugelassene Belastung durch einen Stoff am Arbeitsplatz. Grundlage dabei ist ein regelmäßiger Kontakt in einer 40-stündigen Arbeitswoche (5 Tage zu je 8 Stunden). Der alte Begriff für diesen Wert ist „Maximale Arbeitsplatzkonzentration“, welcher 2005 ersetzt wurde. Um diesen Wert berechnen zu können, werden verschiedene Parameter benötigt. Dazu gehören Druck, Temperatur und Volumen. Der regulative Rahmen ist in der TRGS 900 zu finden. Eine aussagekräftige Messung muss immer unter Realbedingungen erfolgen. Zusätzliche Informationen zum Arbeitsplatzgrenzwert finden Sie in unserem Artikel „Was bedeutet AGW?“

Wo liegt der Wert?

Der aktuelle Grenzwert liegt für A-Staub bei 1,25mg/m³ (bei einer mittleren Dichte von 2,5g/cm³), für E-Staub bei 10mg/m³. Dieser Wert gilt zwar bereits seit 2014, jedoch gab es bisweilen zahlreiche Ausnahmen. Sie ermöglichten einen Grenzwert von 3mg/m³.

Änderung

Ab 01.01.2019 ist der Arbeitsplatzgrenzwert von 1,25mg/m³ verbindlich und unterliegt keinen Ausnahmeregeln mehr. Somit endet die Übergangsfrist zur Einhaltung des Grenzwertes. Diese Änderung bietet Anlass, die bestehenden Schutzmaßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren.

Gehandelt werden sollte nach dem STOP-Prinzip:

S : Substitution; kann der eingesetzte Stoff durch einen staubärmeren ersetzt werden?

T: Technische Maßnahmen; Absauganlage, Lüftung, oder Ähnliches (wenn Substitution nicht möglich)

O: Organisatorische Maßnahmen; (wenn erst genannte Maßnahmen nicht anwendbar oder ausreichend sind)

P: Persönliche Schutzausrüstung; sollte als letztes Mittel der Wahl angewendet werden

Messung durch die GSA

Im Zuge der Änderung des Grenzwertes ist eine erneute Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz notwendig und sinnvoll. Eine Staubmessung kann beispielsweise mit unserem Messgerät SG10-2 erfolgen. Der Vorteil hier liegt in der sowohl stationären wie auch mobilen, personengetragenen Messung. So lässt sich ein repräsentatives Abbild der Belastung während der Arbeitszeit ermitteln. Um die Staubbelastung in der Raumluft zu messen, empfiehlt sich die Verwendung des PM4-2, welches sich durch ein großes Probevolumen auszeichnet. Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an!

 

Quellen:
[1]: https://www.arbeitsschutz-portal.de/beitrag/asp_news/6977/2019-neuer-arbeitsplatzgrenzwert-fuer-a-staub-gilt.html
[2]: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/baustaub-ab-2019-strengere-arbeitsplatzgrenzwerte/150/22776/336247
[3]: https://www.hwk-cottbus.de/artikel/baustaub-ab-2019-strengere-arbeitsplatzgrenzwerte-7,0,4416.html
[4]: https://www.bau-auf-sicherheit.de/sicher-gesund/staub.html?src=asp-cu&typ=dl&cid=6977

Flüchtige organische Verbindungen (VOC)

Definition

Unter der Abkürzung VOC versteht man Volatile Organic Compounds, also flüchtige organische Verbindungen in der Innenraumluft. Zu dieser Kategorie gehören Kohlenwasserstoffe, Alkohole oder organische Säuren. Man betrachtet einen Siedepunkt zwischen 50 und 260° Celsius. Eine weitere Unterscheidung wird in sehr leicht flüchtig (Very Volatile Organic Compounds, VVOC) und in schwerflüchtige organische Verbindungen (Semivolatile Organic Compounds, SVOC). Zusammengefasst werden die Konzentrationen beider Gruppen und ergeben dann den sogenannten TVOC-Wert (Total Volatile Organic Compounds).

Vorkommen

Flüchtige organische Verbindungen können in jeder Wohnung vorkommen. Sie können in Kleber, Wandfarbe und Möbellacken enthalten sein. Während der üblichen Abnutzung, bzw. Verweildauer in der Wohnung werden  diese im Laufe der Zeit in die Raumluft abgegeben. Eine erhöhte Konzentration kann beispielsweise nach Renovierungsarbeiten vorliegen, speziell dann, wenn eine unzureichende Belüftung, bzw. Auslüftung stattgefunden hat.

Gefahr

Die Gefahr der flüchtigen organischen Verbindungen besteht in der Aufnahme durch die Atemwege. Die Verbindungen können Reizungen der Lunge hervorrufen. Ebenso können die Augen betroffen sein und es können allergische Reaktionen ausgelöst werden. Besteht Hautkontakt kann es ebenfalls zu Reizungen kommen oder durch wiederholten Kontakt zur Sensibilisierung und den daraus entstehenden Reaktionen. Weitere Gefahren wie eine Schädigung des Erbgutes oder eine karzinogene Wirkung kann je nach Stoff nicht ausgeschlossen werden. Das vielleicht größte Gefährdungspotential liegt im unbewussten Kontakt. Häufig ist eine Belastung durch VOC nicht sensorisch zu bemerken, d.h. man riecht es nicht (oder nicht stark) und ist demzufolge länger der Konzentration ausgesetzt. Erst wenn Beschwerden auftreten, wird eine Belastung wahrgenommen.

GSA

Treten nach einer Renovierung etwa gesundheitliche Probleme auf, beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel oder ähnliches, so liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine VOC-Belastung handeln könnte. Um dies nachzuweisen, kann mit unserem Messgerät SG350ex eine Innenraumluftmessung erfolgen. Werden größere Volumenströme benötigt, können die Geräte SG5100ex oder SG5200 genutzt werden. Anhand der Messergebnisse kann eine Einschätzung der Belastung durch flüchtige organische Verbindungen erfolgen. Mit dieser Analyse können dann Maßnahmen geplant und durchgesetzt werden, um die Gefährdung zu minimieren, bzw. zu beseitigen.

 

Quellen:
[1]: http://www.innenraumluft.nrw.de/4_schadstoffe/voc.php
[2]: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/Handreichung.pdf
[3]: https://www.dguv.de/ifa/praxishilfen/innenraumarbeitsplaetze/chemische-einwirkungen/fluechtige-organische-verbindungen-(voc)/index.jsp
[4]: https://www.bmu.de/themen/gesundheit-chemikalien/gesundheit-und-umwelt/innenraumluft/fluechtige-organische-verbindungen/
[5]: https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/ausschuss-fuer-innenraumrichtwerte-vormals-ad-hoc#textpart-3
[6]: https://www.gsa-messgeraete.de/

Feinstaubbelastung im Alltag

Messgeräte Feinstaub

Definition

Unter dem (veralteten) Begriff „Feinstaub“ versteht man den sogenannten A-Staub, dass heißt den alveolengängigen Staub. Diese Staubpartikel können beim Einatmen bis in die Lungenbläschen (Alveolen) vordringen. Die Gefahr besteht darin, dass sich die Partikel in der Lunge ablagern und dort Reizungen hervorrufen, die zur Vernarbung des Lungengewebes führen. Langfristig kann sich die sogenannte „Staublunge“ (Pneumokoniose) entwickeln. Alveolengängige Staubpartikel weisen in der Regel eine Größe bis zu 10µm auf.
Weiterführende Informationen zum Thema Staub finden Sie in unserem Artikel „Was ist eigentlich Staub?
Seit 01.01.2005 gilt europaweit ein Grenzwert für die Feinstaubfraktion PM 10 von 50µm/m³ bezogen auf den Tagesmittelwert. Dieser Wert darf nicht öfter als 35mal im Jahr überschritten werden. PM10 beschreibt hierbei den aerodynamischen Durchmesser – also die Größe – der Staubpartikel.

Vorkommen

Es gibt zahlreiche Arbeitsplätze an denen Feinstaub auftritt. Das können beispielsweise Abfüllanlagen, Werkstätten oder andere Produktionsbetriebe sein. In diesen Fällen greift der Arbeitsschutz, um die Gefährdung für die betroffenen Arbeitnehmer zu reduzieren. Weitere Informationen dazu finden Sie in unseren Artikeln zum Thema Arbeitsschutz.
Doch nicht nur am Arbeitsplatz kann es zu Feinstaubbelastungen kommen, sondern auch im Alltag.
Dabei gibt es eine große Bandbreite:

  • in Industrieanlagen
  • im Straßenverkehr
  • beim heimischen Staubsauger
  • während Renovierungsarbeiten in der Wohnung/Haus usw.

Da man um die Gesundheitsschädigung, besonders durch langfristige Belastung, weiß, gilt es diese einzudämmen. Am Arbeitsplatz ist das durch die Gefährdungsbeurteilung und die darin enthaltenen Schutzmaßnahmen geregelt. Doch wie schützt man sich im Alltag? Als einfachste Maßnahme ist das regelmäßige und vollständige Durchlüften der Wohnräume zu nennen. Die Feinstaubbelastung, die durch den Staubsauger entstehen kann, lässt sich mit einem zusätzlichen Filter im Gerät eindämmen, siehe hierzu unser Beitrag „Feinstaub in der Wohnung.“
Da dies jedoch nicht immer die Lösung ist, wird in vielen Bereichen nach weiteren Möglichkeiten gesucht. So ist ein großer Punkt die Belastung durch den Straßenverkehr und wie diese verringert werden kann. Dazu werden verschiedene Ansätze diskutiert, wie etwa das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge.

GSA Messung

Soll die Feinstaubbelastung gemessen werden, so sind unsere Messgeräte SG10-2A und PM4-2 die beste Wahl. Das SG10-2A ist sowohl für den stationären wie auch den personengetragenen Einsatz zu verwenden, das Messgerät PM4-2 ist in der Lage, größere Probenvolumina zu messen. Um eine passende Auswahl treffen zu können kontaktieren Sie uns gerne jederzeit.

Quellen:
[1]: https://www.stmuv.bayern.de/themen/luftreinhaltung/verunreinigungen/feinstaub/emissionenpm10.htm
[2]: https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/feinstaub-belastung
[3]: https://www.ndr.de/nachrichten/Der-Faktencheck-zu-Feinstaub-und-Stickoxiden,feinstaub148.html
[4]: http://www.umweltbundesamt.at/pm10/
[5]: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/UGR/Luftemissionen_82012.pdf?__blob=publicationFile
[6]: https://www.dguht.de/einfluss-von-feinstaub-auf-die-gesundheit/

Vorstellung Neuentwicklung SG10-2A

Symbolbild SG10-2A

GSA Messgeräte

All unsere Messgeräte werden in der Produktionsstätte in Ratingen hergestellt. Um unseren Kunden eine stetig hohe Qualität der Geräte bieten zu können, entwickeln wir diese kontinuierlich weiter. Die Weiter- und Neuentwicklung neuer Messgeräte ist ein wichtiger Aspekt der GSA.

Qualitätslabel

Die unterschiedlichen Messgeräte sind für verschiedene Anforderungen konzipiert. Demzufolge gibt es Messgeräte für explosionsgefährdete Bereiche, oder Messgeräte, die stationär oder personengetragen benutzt werden können. Um ein passendes Messgerät auszuwählen, sollten im Vorfeld die Messparameter festgelegt werden. Dazu gehören der Messort (stationär oder mobil), die Messumgebung (ist Explosionsschutz nötig?)  und die zu messenden Stoffe. Um eine individuelle Auswahl treffen zu können, kontaktieren Sie uns bitte hier.

Das alte SG10-2

Das Messgerät SG10-2 ist ein personengetragenes Messgerät, welches speziell für hohe Volumenströme entwickelt wurde. Es kann einen Nennvolumenstrom von 3,5-10 l/min abdecken und ermöglicht so kurze Messzeiten. So lassen sich mittels der verschiedenen, durch IFA lizensierte Probenahmeköpfe E-Staub und/oder A-Staubmessungen durchführen. Messungen im Arbeitsalltag sind so möglich, um eine Überprüfung der Arbeitssicherheit durchzuführen.
Näheres zum Thema Staub finden Sie in unserem Artikel „Was ist eigentlich Staub?“ .

Das neue SG10-2A

Die Weiterentwicklung des SG10-2 ist das Messgerät SG10-2A aus unserem Hause. Die wichtigste Änderung liegt in der Akkueinheit, welche vom Messgerät getrennt werden kann. Dies ist besonders für den Ladevorgang entscheidend. Mit diesem entnehmbaren Akku kann beispielsweise das Messgerät mit einer weiteren Akkueinheit weiterbetrieben werden, während die erste Einheit an das Ladegerät angeschlossen ist. Dadurch lässt sich eine Verlängerung des Messeinsatzes erreichen.

Typenschild SG10-2A

Quellen:
[1]: https://www.gsa-messgeraete.de/

PCB und PCP – aromatisierte Chlorverbindungen

PCB und PCP

Definition PCB und PCP

Bei PCB, also Polychlorierte Biphenyle, handelt es sich um eine Biphenylverbindung (durch Einfachbindung verknüpfte Benzolringe), die eine variable Menge Chlorsubstituenten gebunden hat. Dabei ersetzt das Chlor das Wasserstoffatom des Benzolrings. Somit lautet die allgemeine Summenformel C12H10−xClx. Es handelt sich um gelbliche, fast geruchlose Flüssigkeiten, die thermisch und chemisch sehr beständig sind. Eine Zersetzung findet primär anaerob statt, was dazu führt, dass sie eine hohe Beständigkeit in der Natur aufweisen. Polychlorierte Biphenyle gehören zu der Produktgruppe, die durch die Stockholmer Konvention vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden.

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