Schadstoffbelastungen durch Baustoffe beim Neubau vermeiden

Bei Neubauten kann es zu erheblichen Schadstoffbelastungen für die Umwelt kommen. Hierbei können Einträge durch Regenwasser an Gebäudeteilen in das Oberflächenwasser gelangen. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltamtes (UBA) hat in zwei Neubaugebieten erhebliche Schadstoffbelastungen nachgewiesen. Diese können jedoch beim Neubau vermieden werden. Zudem wurde untersucht, wie die Freisetzung von Schadstoffen in die Umwelt vermindert werden kann.

Beim Forschungsprojekt des UBA, das in den Jahren 2020- 2021 durchgeführt wurde, sind in zwei Berliner Neubaubereichen vor allem die Umweltgifte

  • Biozide Diuron und Terbutryn
  • Herbizide Mecoprob und MCPA
  • Zink

durch Auswaschung von Regenwasser nachgewiesen worden.

Mit dem UBA-Projekt konnte nachgewiesen werden, dass bereits in der Bauphase Schadstoffe aus Bauprodukten der Gebäudehülle in teilweise hochbelastenden Mengen messbar waren. Bei Gebäudeteilen wie dem Dach (mit Dachbahnen und Dachsteinen), der Fassade (Außenputz und -farben) sind ebenfalls diese bei der Gebäudeerstellung in bedenklicher Menge festgestellt werden.

Die Herbizide Mecoprop und MCPA werden in Dachbahnen verarbeitet, um Schäden durch Durchwurzelung zu minimieren. Zudem sollen sie die Durchwurzelung von Baumaterialien durch Pflanzen verhindern.

Die Schadstoffbelastungen durch die Biozide Diuron und Terbutryna stammen vor allem aus Fassaden. Diese Biozide werden gegen den Wuchs von Algen und Pilzen verwendet.

Schädliche Umwelteinwirkungen durch Zink kommen vor allem vom Dach und der Fassade. Sie gelangen über verzinkte Zinkabdeckungen von Dächern, Putze, Anstriche oder Fensterbänke in die Umwelt.

Die aktuelle Studie des Umweltbundesamts (UBA) zeigte auf, dass die gemessenen Konzentrationen die Zielwerte von Umweltqualitätsnormen für Oberflächengewässer teilweise deutlich überstiegen. Hierzu wurden in zwei Neubaugebieten von Berlin Proben von Fassaden, Dächern und im Regenwasserkanal genommen. Darüber hinaus wurde mit weiteren Produkttests und Modellierungen analysiert welche Substanzen der verwendeten Bauprodukte in das abfließende Regenwasser gelangten. Diese Stoffauslaugungen durch Regen wurden daraufhin auf Schadstoffe und Schwermetalle analysiert.

Bei Biozid gegen Durchwurzelung als auch bei Zink wurden bedenkliche Konzentrationen für die Umwelt nachgewiesen. Darüber hinaus wurden belastende Abbauprodukte der Biozide festgestellt. Die gewonnenen Ergebnisse des UBA-Forschungsprojekts sind über Modellierung auf andere „typische Neubaugebiete“ übertragbar.

Schadstoffeinträge aus der Gebäudehülle von Neubauten vermeidbar

Die umweltbelastenden Einträge wie durch die Auswaschung der Baustoffe bei Neubauten, lassen sich gestützt auf weitere Untersuchungen zu einem hohen Anteil vermeiden bzw. vermindern. Bereits in einer frühen Phase der Bauplanung können umweltbelastende Einträge über 90 Prozent verringert werden. Um die Umweltbelastung zu reduzieren werden, wird grundsätzlich empfohlen:

  • Produkte mit umweltrelevanten Stoffen möglichst nicht einzusetzen, um die Schadstoffbelastung durch Einträge zu mindern. Hierbei haben die Auswahl und der Einsatz von Bauprodukten, vor allem biozid- bzw. herbizidfreie Bauprodukte mit geringen Belastungspotential und weitere konstuktionsbezogene Schutzmaßnahmen, eine hohe Relevanz.
  • durch die Reduktion des Abflusses von Wasser kommt es zu einer veringerten stofflichen Umweltbelastung als auch einer Entlastung von Gewässern und Kanälen. So kann beispielsweise ein breiter Dachüberstand die Fassaden vor Auslaugung durch den Kontakt mit Regenwasser verringern. Fassaden mit mineralischem Putz können Bewuchs verringern und dienen als Ersatz zu Fassaden, die mit Bioziden behandelt wurden.

Sollten diese grundsätzlichen Maßnahmen nicht reichen, so kann über eine nachträgliche Behandlung des Regenwasserabflusses auf dem Grundstück die umweltbelastenden Einträge vermindert werden.

Zur Vermeidung bzw. Reduzierung dieser Umweltgifte aus Bauprodukten hat das Umweltamt einen „Leitfaden für Nachhaltiges Bauen“ mit drei Steckbriefen herausgegeben. In diesem werden Lösungen für nachhaltiges Bauen schon ab der frühen Bauphase vorgestellt.

Viel häufiger als in modernen Neubauten bestehen in älteren Häusern, je nach Baujahr, mögliche Gesundheitsgefährdungen durch Schadsstoffe. So wird in Altbauten bis etwa Baujahr 1993 in vielen Fällen noch das krebserregende Asbest nachgewiesen. Für die Asbestmessung und viele andere Probenahmen von Schadstoffen bietet die GSA Messgerätebau präzise messende Probenahmegeräte an. Einen groben Überblick zu einem passenden Gerät, je nach Schadstoffmessung, bietet der GSA Messgerätevergleich.

Gerne beraten wir Sie zu Ihrer speziellen Schadstofffrage und bieten für Probenahmen die hierzu passenden GSA Messgeräte an.

Quellen:

Bildquelle Beitragsbild: 123rf.com © mediagram, Bild Nr. 13558939

www.kompetenz-wasser.de/media/pages/forschung/projekte/basar/9e889d6cec-1639132760/210412_basar_leitfaden_mit_steckbriefen.pdf

www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/umweltgifte-aus-baumaterialien-vermeiden

www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2503/dokumente/210412_basar_leitfaden_mit_steckbriefen.pdf

www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2022-01-28_texte_155-2021_bauen_sanieren_schadstoffquelle.pdf

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