Dieselmotoremissionen (DME)

Was sind DME?

Unter dem Begriff Dieselmotoremissionen werden die Stoffe zusammengefasst, die bei der Verwendung eines Dieselmotors ausgestoßen werden. Es handelt sich dabei um ein Stoffgemisch, welches sich aus Partikeln und Gasen zusammensetzt. Eine allgemeingültige Auflistung der Bestandteile ist nicht möglich, da sie durch Betriebsweise und Motorart bestimmt werden. Es gibt jedoch einige Stoffe, die immer enthalten sind.
Dazu zählen:

  • Kohlenmonoxid (CO)
  • Kohlenstoffdioxid (CO2)
  • Stickstoffmonoxid (NO)
  • Stickstoffdioxid (NO2)
  • Dieselruß (EC; gemäß TRGS 900)

Dieselrußpartikel werden in der TRGS 900 näher beschrieben. Dabei handelt es sich um „unlösliche Kerne elementaren Kohlenstoffs (elemental carbon= EC)“, die auf einem Filter sichtbar werden. An diesem elementaren Kohlenstoff können weitere (mehr oder weniger gut biolöslich) Stoffe adsorbiert sein, die weitere Gefahren für die Gesundheit bergen (z.B. kanzerogene Stoffe).  Demnach werden unter diesem Begriff verschiedene Partikel zusammengefasst, dessen Hauptbestandteil aber immer Kohlenstoff ist.

Wo sind DME zu finden?

Dieselmotoremissionen entstehen immer dann, wenn ein Dieselmotor in Betrieb genommen wird und Abgase ausstößt. Dies kann sowohl am Arbeitsplatz als auch im privaten Bereich der Fall sein. Im Arbeitsablauf können das dieselbetriebene Fahrzeuge sein (Hubfahrzeuge, Stapler, etc.), außerhalb der Arbeitssituation ist es hauptsächlich der alltägliche Straßenverkehr. Wie hoch und wie lange die Belastung durch DME ist, ist davon abhängig, wie lange man sich in der belasteten Umgebung aufhält. Jedoch gilt in Betrieben das Minimierungsgebot (gemäß §§ 8, 9 GefStoffV gilt für DME). Das bedeutet, dass Arbeitnehmer den DME nur ausgesetzt werden sollen, wenn es nicht vermeidbar ist. Deshalb hat der Arbeitgeber immer zu prüfen, ob der Einsatz dieselbetriebener Maschinen und Fahrzeuge durch Elektromotoren substituiert werden kann.

DME im Alltag

Im beruflichen Umfeld ist die Exposition kalkulierbar, bzw. greifen diverse Schutzmaßnahmen. Eine Belastung durch Dieselmotoremissionen im Alltag ist schwieriger einzuschätzen. Aber wo sind DME im Alltag zu finden? Die einfachste Antwort lautet: auf der Straße. Jeder vorbeifahrende Diesel setzt DME frei, denen man dann als Fußgänger ausgesetzt ist. Schwieriger zu beantworten ist aber die Frage nach dem Gefährdungspotential im Alltag. Für die Einschätzung der Belastung sind verschiedene Parameter von Bedeutung, wie etwa die Dauer der Exposition, die Stoffkonzentration und Zusammensetzung des Stoffgemisches.

Gefährdung durch DME

Von den verschiedenen Bestandteilen der DME gehen unterschiedliche Gefahren aus, da diese stoffspezifisch sind. Kohlenstoffmonoxid ist giftig und kann wie Kohlenstoffdioxid zum Erstickungstod führen. Stickstoffoxide sind ebenfalls giftig und rufen Lungenschädigungen hervor. Des Weiteren stehen DME im Verdacht, krebserregend zu sein.
Die genauen Wirkungen sind jedoch abhängig von der Konzentration des Stoffes und der Dauer der Exposition. Deshalb unterscheidet man häufig in „kurz- und langzeitige Exposition“. Das beschreibt, wie lange man den schädigenden Stoffen ausgesetzt ist und welche Wirkung sie haben. Im betrieblichen Ablauf greifen diverse Schutzmaßnahmen, dabei gilt es die Rangfolge dieser Maßnahmen im „STOP-Prinzip“ durchzuführen (siehe hierzu TRGS 500 „Schutzmaßnahmen“(S = Substitution, T = Technische, O = Organisatorische und P = Persönliche Schutzmaßnahmen).

Dieselskandal

Der „Dieselskandal“ ist in aller Munde. Doch wo genau liegt das Problem? Dass Stickoxide schädlich sind, steht außer Frage. Fraglich ist jedoch zunächst, wie groß die Belastung im Alltag wirklich ist. Am Arbeitsplatz wird in der Gefährdungsbeurteilung die Dauer der Exposition berücksichtigt. Eine allgemein gültige Aussage dazu für den Alltag ist natürlich äußerst schwierig, weshalb die Grenzwerte von Bedeutung sind. Die derzeit gültigen Abgasstufen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Stufe 5 und 6) sind in der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 veröffentlicht. Die Werte für Stickoxide sind in mg/km (Milligramm pro Kilometer Fahrstrecke) angegeben und liegen für Stufe 5 bei 180mg/km für Dieselfahrzeuge.
Dem steht ein allgemeiner Jahresgrenzwert von 40µg/m³ und ein 1-Stunden-Grenzwert von 200µg/m³ (darf nicht öfter als 18-mal im Kalenderjahr überschritten werden) gegenüber. Die Vergleichbarkeit dieser Werte ist sicherlich ein Grund für die Diskussion um Fahrverbote und Einhaltung der Grenzwerte.
Die Grenzwertbestimmung ist von großer Bedeutung, da diese an weitere Maßnahmen wie etwa ein Fahrverbot für bestimmte PKW in Innenstädten gekoppelt ist. Fraglich ist jedoch, ob ein Fahrverbot für einzelne Straßen, bzw. Innenstädte das Belastungsproblem lösen. Gegner dieser Maßnahme führen an, dass viele Autofahrer dann einen Umweg fahren und sich das Problem einfach nur auf anderer Straßen verschiebt. Des Weiteren ist die Frage, wer von einem Fahrverbot ausgenommen wird. Für viele Kleinbetriebe würde das Verbot ein großes unternehmerisches Problem darstellen, da diese ihre Kunden nicht mehr anfahren könnten.

Messungen durch die GSA

Die Konzentration der DME kann mit unserem Messgerät PM4-2 gemessen werden. Von Bedeutung ist aber nicht nur das passende Messgerät, sondern auch die Messposition. Sie muss so gewählt werden, dass deren Ergebnisse die entsprechende Aussagekraft aufweisen können. Am Arbeitsplatz erfolgt die Messung häufig in Atemhöhe, sodass ermittelt werden kann, wie viel des Schadstoffes eingeatmet wird. Im öffentlichen Raum stellt dies ein Problem dar, da viele Parameter aufeinander treffen und die Messung beeinflussen. Hier sollte eine einheitliche Regelung gefunden werden, um eine Vergleichbarkeit zu erreichen und so zu wirksamen Lösungen zu gelangen. Für weitere Informationen zu Messungen und Messgeräten kontaktieren Sie uns bitte hier.

 

 

Quellen:
[1]: https://www.bfga.de/infothek/bfga-newsletter-arbeitsschutz/dieselmotoremissionen-dme/
[2]: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRGS/pdf/TRGS-554.pdf?__blob=publicationFile
[3]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/196641/Dieselmotoremissionen-Eine-Gefahr-fuer-die-Gesundheit
[4]: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRGS/pdf/900/900-dieselmotorenemissionen-dme-russpartikel-als-ec.pdf?__blob=publicationFile&v=2
[5]: https://www.dguv.de/medien/ifa/de/vera/2012_saet_gefahrstoffe/05_felten.pdf
[6]: https://www.bg-verkehr.de/arbeitssicherheit-gesundheit/branchen/gueterkraftverkehr/gesundheitsgefahren/gefahrstoffe/abgase
[7]: https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/stickstoffoxide
[8]: https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/was-schreiben-die-abgasnormen-der-eu-fuer-kfz-vor

Änderung Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für A-Staub ab dem 01.01.2019

Definition Staub

Staub ist als Sammelbegriff definiert, der in der Luft verteilte Feststoffteilchen beschreibt. Man unterscheidet zwischen A-Staub (früher Feinstaub) und E-Staub (früher Gesamtstaub). Als Unterscheidungsmerkmal dient die Partikelgröße und die damit verbundene Reichweite in die Lunge. E-Staub, beziehungsweise einatembarer Staub weist eine Partikelgröße von ca. 35µm auf und kann durch Mund und Nase eingeatmet werden. Im Gegensatz dazu liegt der A-Staub, bzw. alveolengängiger Staub bei 10µm und dringt deshalb tiefer in die Lunge ein. Hier liegt das Problem: Staubpartikel können in der Lunge Reizungen und Entzündungen hervorrufen, in deren Folge es zu Vernarbung des Lungengewebes kommen kann. Diese führen dann zu Langzeitschäden, wie etwa zur sogenannten Staublunge (Pneumokoniose).
Weitere Informationen zum Thema Staub finden Sie hier.

Was ist der Arbeitsplatzgrenzwert?

Der Arbeitsplatzgrenzwert beschreibt die maximale zugelassene Belastung durch einen Stoff am Arbeitsplatz. Grundlage dabei ist ein regelmäßiger Kontakt in einer 40-stündigen Arbeitswoche (5 Tage zu je 8 Stunden). Der alte Begriff für diesen Wert ist „Maximale Arbeitsplatzkonzentration“, welcher 2005 ersetzt wurde. Um diesen Wert berechnen zu können, werden verschiedene Parameter benötigt. Dazu gehören Druck, Temperatur und Volumen. Der regulative Rahmen ist in der TRGS 900 zu finden. Eine aussagekräftige Messung muss immer unter Realbedingungen erfolgen. Zusätzliche Informationen zum Arbeitsplatzgrenzwert finden Sie in unserem Artikel „Was bedeutet AGW?“

Wo liegt der Wert?

Der aktuelle Grenzwert liegt für A-Staub bei 1,25mg/m³ (bei einer mittleren Dichte von 2,5g/cm³), für E-Staub bei 10mg/m³. Dieser Wert gilt zwar bereits seit 2014, jedoch gab es bisweilen zahlreiche Ausnahmen. Sie ermöglichten einen Grenzwert von 3mg/m³.

Änderung

Ab 01.01.2019 ist der Arbeitsplatzgrenzwert von 1,25mg/m³ verbindlich und unterliegt keinen Ausnahmeregeln mehr. Somit endet die Übergangsfrist zur Einhaltung des Grenzwertes. Diese Änderung bietet Anlass, die bestehenden Schutzmaßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren.

Gehandelt werden sollte nach dem STOP-Prinzip:

S : Substitution; kann der eingesetzte Stoff durch einen staubärmeren ersetzt werden?

T: Technische Maßnahmen; Absauganlage, Lüftung, oder Ähnliches (wenn Substitution nicht möglich)

O: Organisatorische Maßnahmen; (wenn erst genannte Maßnahmen nicht anwendbar oder ausreichend sind)

P: Persönliche Schutzausrüstung; sollte als letztes Mittel der Wahl angewendet werden

Messung durch die GSA

Im Zuge der Änderung des Grenzwertes ist eine erneute Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz notwendig und sinnvoll. Eine Staubmessung kann beispielsweise mit unserem Messgerät SG10-2 erfolgen. Der Vorteil hier liegt in der sowohl stationären wie auch mobilen, personengetragenen Messung. So lässt sich ein repräsentatives Abbild der Belastung während der Arbeitszeit ermitteln. Um die Staubbelastung in der Raumluft zu messen, empfiehlt sich die Verwendung des PM4-2, welches sich durch ein großes Probevolumen auszeichnet. Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an!

 

Quellen:
[1]: https://www.arbeitsschutz-portal.de/beitrag/asp_news/6977/2019-neuer-arbeitsplatzgrenzwert-fuer-a-staub-gilt.html
[2]: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/baustaub-ab-2019-strengere-arbeitsplatzgrenzwerte/150/22776/336247
[3]: https://www.hwk-cottbus.de/artikel/baustaub-ab-2019-strengere-arbeitsplatzgrenzwerte-7,0,4416.html
[4]: https://www.bau-auf-sicherheit.de/sicher-gesund/staub.html?src=asp-cu&typ=dl&cid=6977