PVC-Bodenbeläge – schadstoffbelastet

PVC-Bodenbeläge

PVC-Bodenbeläge gelten als recht günstige und pflegeleichte „Allrounder“, die in vielen Varianten erhältlich sind. Sie sind aber nicht unproblematisch und häufig mit Schadstoffen belastet. Sie imitieren nahezu täuschend echt andere Böden aus Holz, Stein und anderen Materialien. Inzwischen werden PVC-Böden weniger schadstoffbelastet als noch vor Jahrzehnten angeboten. Dennoch können die PVC-Bodenbeläge kritische Stoffe enthalten, die in der Raumluft ausgasen können. Einige dieser Schadstoffe gelten als krebserregend und schädigen zudem die Umwelt.

Eigenschaften von PVC-Böden

PVC-Böden zählen zu den elastischen Belägen und haben heute einen Anteil von etwa 15 Prozent an allen Arten an Bodenbelägen. Die PVC-Böden oder Vinyl-Böden bestehen hauptsächlich aus der chemischen Verbindung des thermoplastischen Kunststoffs Polyvinylchlorid (PVC). PVC besteht zu 57 % aus Chlor von Kochsalz und der Rest aus Kohlenstoff und Wasserstoff aus Erdölprodukten. Da PVC im Rohzustand noch hart und damit nicht biegbar ist wird es erst durch den Zusatz von Weichmachern zu einem biegsamen Material für Bodenbeläge. Neben diesen Hauptbestandteilen enthält PVC oft weitere Additive und Füllstoffe. Sie machen den Kunststoff widerstandsfähig gegen Chemikalien, Korrosion und Witterung.

Entwicklung von PVC und heutige Verwendung für Böden

PVC wurde erstmals im 19. Jahrhundert synthetisiert und ab 1937 in Großproduktion hergestellt. PVC-Bodenbeläge gelten als robust, leicht verlegbar, wasserfest und preiswert. Darüber hinaus ist das Material leicht einzufärben und in vielen verschiedenen Texturen, Mustern sowie Farben als Bahnen, Fliesen oder Platten erhältlich.

Gefährliche Schadstoffe in PVC- und Vinyl-Böden

Ältere PVC-Bodenbeläge

Ältere Bodenbeläge wie Vinyl-Asbestplatten, die noch in den letzten Jahrzehnten verlegt wurden, können bis zu 20 % Asbest enthalten, das als krebserregend eingestuft ist. Alte Bodenkleber sind vielfach mit PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) durch bitumen- oder teerhaltige Klebstoffe belastet. Ein Gesundheitsrisiko geht von Phthalaten als Weichmacher in PVC-Bodenbelägen aus.

Schadstoffbelastungen in modernen PVC-Bodenbelägen

Auch neuen Belägen aus PVC werden weiterhin Weichmacher zugesetzt, um diese elastisch zu machen. Das PVC mit Weichmachern birgt jedoch gesundheitliche Risiken, wenn Inhaltsstoffe wie Phthalate darin enthalten sind. Diese sind im Kunststoff nicht fest gebunden und können leicht in die Raumluft ausgasen und so eingeatmet werden. Sie können auch über den Hautkontakt oder über die Nahrung aufgenommen werden, so dass sich Leber- und Fruchtschädigungen, Blutbild- und Keimdrüsenänderungen entwickeln können. Weitere Risiken sind Nerven- und Immunstörungen sowie Augen- und Hautreizungen. Weitere Belastungen in den PVC-Belägen können phosphororganische Flammschutzmittel oder Schadstoffe mit zinnorganischen Stabilisatoren sein und auch schwermetallhaltige UV-Stabilisatoren, um die Alterung durch Sonnenbestrahlung zu verhindern.

Risiken für die Gesundheit und Umwelt

Durch Herstellung, Verarbeitung, Nutzung sowie Entsorgung von PVC entstehen Risiken für die Gesundheit und die Umwelt. Hierbei können sich verschiedene Schadstoffe freisetzen:

  • Vinylchlorid (krebserregend)
  • VOC – (flüchtige organische Verbindungen) – als mögliche Zusatzstoffe von PVC -> lösen u.a. das Sick-Building-Syndrom mit trockenen Schleimhäuten aus
  • Weichmacher und Flammschutzmittel
  • Schädliche Emissionen bei der Entsorgung
  • Dioxine und Furane (krebserregend) bei Erhitzung oder im Brandfall

Alternative Bodenbeläge

Häufig wird von der Verwendung von elastischen PVC-Bodenbelägen abgeraten, da diese Weichmacher freisetzen können, die sich vor allem im Hausstaub ansammeln und eingeatmet werden können. Wenn die Auswahl dennoch auf einen Vinylboden fällt, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass diese Kennzeichnungen haben, die strengere Grenzwerte für Schadstoffe setzen oder diese verbieten.

Wenn PVC-Bodenbeläge mit der Kennzeichnung vom „TÜV Rheinland“, mit „Blauer-Engel“-Siegel oder bspw. beim „eco-Institut“ geprüft wurden und als phthalatfrei bestätigt wurden, sollten diese vorzugsweise verwendet werden. Weitere Kennzeichen wie die „Emissionsklasse A+“ sind ein Hinweis auf schadstoffärmere Produkte. Auch weitere Bestätigungen wie vom „Deutschen Institut für Bautechnik DIBt“ können ein Hinweis sein, dass es sich um gesundheitlich eher unbedenkliche Produkte handelt.

Einige Hersteller haben bei modernen Vinyl- oder schadstofffreien Designböden die Weichmacher mit den gefährlichen Phthalaten durch andere unbedenkliche Ersatzstoffe ersetzt. Moderne sog. Design-Fußbodenbeläge bestehen aus unschädlichen Kunststoffen. Sie enthalten als Ersatz dann die Kunststoffe PET (Polyehtylenterephthalat), PP (Polypropylen) oder PU (Polyurethan).

Quellen:

Bildquelle Beitragsbild: 123rf.com ©olegchernyavsky, Bild Nr. 125341598

www.baunetzwissen.de/boden/fachwissen/_pvc/allgemeines-zu-pvc-bodenbelaegen-99787

www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/chemie_achtung_plastik_broschuere.pdf

www.de.wikipedia.org/wiki/Polyvinylchlorid

www.eggbi.eu/fileadmin/EGGBI/PDF/Moegliche_Schadstoffe_aus_Bodenbelaegen_EGGBI.pdf

www.sanier.de/gesund-sanieren/bodenbelaege-und-kleber

www.umweltanalytik-baubiologie.de/index_htm_files/Haumann naturarzt PVC 12-2006.pdf

www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/weichmacher/haeufige-fragen-zu-phthalaten-bzw-weichmachern#wie-konnen-sich-verbraucherinnen-und-verbraucher-vor-einer-hohen-dehp-aufnahme-schutzen

www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe/gebaeude/vinylboden-pvc-gibt-es-pvcfreie-alternativen-43291

www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe/gebaeude/vinylboden-pvc-werden-daempfe-freigesetzt-43283

www.wohnglueck.de/artikel/designboden-vorteile-nachteile-5914

PAK – Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

Analyseplatz PAK

PAK – Definition

PAK – (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe)  ist ein Sammelbegriff für eine Stoffgruppe aus organischen Komponenten.

Diese bestehen aus zwei oder mehreren (bis zu sieben) miteinander verbundenen Benzolringen, weshalb man auch von kondensierten Ringsystemen spricht. Die ringförmigen Kohlenwasserstoffe weisen häufig zusätzlich Substituenten (häufig Methylgruppen) oder Derivate (Sauerstoff oder Stickstoff) auf.

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